Rund um Waldkirchen 2020

Unser nahezu schon alljährliches Ferien-Domizil im bayrischen Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Österreich befindet nordwestlich der hochgelegenen Kleinstadt Waldkirchen. Wir kaufen dort ein, gehen mal ins Eiscafe oder wandern in der nahe gelegenen Saußbachklamm mit unseren Hunden …

Bei einer nordwestlichen Umrundung mit anspruchsvollem ständigen Anstiegt wird man für einen sehr schönen Ausblick in die bayrische Bergwelt belohnt. Diese Wanderung hier allerdings endete für uns im Eiscafé TIZIANO – sehr zu empfehlen:

Einen Tag später waren wir bei EDEKA sowie im FRESSNAPF einkaufen und mussten auch noch einmal nachtanken. Zuvor jedoch statten wir dem schön angelegten Stadtpark einen Besuch ab – unser Paulchen kannte diesen Park schon, Maxi und Otellu allerdings noch nicht:

Wanderung in der Saußbachklamm

Was eigentlich ist eine Klamm und wo liegt der Saußbach ? Eine Klamm ist eine durch einen Wasserlauf ins Felsgestein eingeschnittene Rinne. Und der Saußbach fliesst durch den südwestlichen bayrischen Wald unweit der böhmischen Grenze …

Die Saußbachklamm ist ein beeindruckendes Naturschutzgebiet am Fusse der ca. 30 km nordöstlich von Passau auf einer Anhöhe gelegenen Kleinstadt Waldkirchen. Wir haben in der Nähe bereits schon öfter Urlaub gemacht und kannten daher die Gegend recht gut. Insbesondere wollten wir mit unseren beiden Hunden Maxi und Otellu, der bisher ein freies Leben noch nicht kennengelernt hatte, in die ungestörte Wildnis, mal über Steine klettern und im Bach waten – Maxi hatte das bereits im letzten Jahr viel Spass gemacht … und so sieht’s in der Klamm generell aus:

Wir waren in diesem 2020-er Urlaub schon 3 Tage hintereinander in der Saußbachklamm, aber wegen der gerade laufenden Schulferien begegneten wir in der Enge auch recht vielen Eltern mit ihren Kindern – für unseren immer ruhebedürftigen Otellu war dass schon eine kleine Herausforderung …

Unsere dritte Wanderung begann allerdings eine Stunde eher und dieser Tag sollte auch nicht so heiß werden. Maxi ohnehin, aber auch Otellu wagten sich jetzt oft in den Saußbach, kletterten über die zuweilen sogar sehr bemoosten Steine und wateten durch das durch sie hindurchfließende kalte Wasser. Nun konnten wir auch einige recht gut gelungene Fotos anfertigen – doch schaut einmal selber:

Hurra – eine neue Küche

In den letzten Jahren wuchs bei uns immer mehr der Wunsch, unsere schon über 30 Jahre alte Küche zu erneuern. Auf den ersten Blick wirkte sie noch gut erhalten, aber das Material hatte schon sehr gelitten und entsprach überhaupt nicht mehr den Qualitäten einer modernen Küche. Nachdem wir das Geld für ein solches Projekt zusammen hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem zuverlässigen Küchenstudio mit guten Referenzen, das wir dann auch am Stadtrand von Rostock fanden …

Für die neue Küche war uns unter anderem eine Ergonomie wichtig, die uns beim Zubereiten und Kochen von Gerichten unterstützt: Wir wollten einen schnellen Zugriff auf die Grundstoffe und Gewürze, auf die Geräte, Töpfe und Pfannen, ohne dafür immer die Schränke öffnen zu müssen – schließlich ist eine Küche ja eher ein Arbeits- und weniger Erholungsort, wenn auch das Kochen ja sehr entspannend sein kann. Somit gaben wir den Einbau mehrerer offener Regale und Boards mit vor. Und wir bestellten auch eine Geschirrspülmaschine, über die wir bis dahin noch gar nicht verfügt hatten  …

Die Lieferung der neuen Küche sollte erfreulicher Weise noch vor den Weihnachtsfeiertagen möglich sein. Mit unserer Wohnungsgenossenschaft stimmten wir nun die rechtzeitige Installation der notwendigen Elektro- und Wasseranschlüsse ab und handelten auch einen neuen Fußbodenbelag aus. Uns selber oblagen dann nur noch die Malerarbeiten und die Entsorgung der alten Küchenmöbel – das schon war uns an Arbeiten genug. Insgesamt würden für das Ausräumen, die Installationen und Renovierungen, den Neueinbau, das Wiedereinräumen und das Entsorgen gut 6-7 Tage anfallen …

Fast eine Woche auf einer Baustelle zu leben, war Jörg’s Sache absolut nicht: Immer wieder fremde Leute (Handwerker, Küchenbauer) in der Wohnung, Lärm, Schmutz und beengte Verhältnisse sowie das Kochen und Abwaschen im Bad haben unsere „Komfortzone“ doch schmerzlich beschnitten – es hat ihn sichtlich sehr genervt. Erschwerend kam hinzu, dass die neue Farbe in der Küche nicht richtig deckte und daher die Decke und Wände komplett zweimalig gestrichen werden mussten – aber am Sonntag Abend, bevor der Küchenbauer kommen sollte, hatten wir’s zusammen geschafft und es sah recht gut aus …

Und hier nun ein paar Impressionen vom „Davor“, „Mitten drin“ und „Danach“ – Hurra, jetzt haben wir eine neue und sehr schöne Küche:  

Maxi im Garten

Durch einen Fernsehbeitrag mit Martin Rütter sind wir auf ein Spiel- und Trainingsmittel aufmerksam geworden, mit dem wir unsere Maxi auf kleinem Raum artgerecht beschäftigen und auch auslasten können, denn sie ist oft „mal wieder auf Jagd“ – es handelt sich um eine sogenannte „Reizangel“. Wir haben eine solche über’s Internet schnell gekauft und auch gleich ausprobiert – Maxi ist begeistert. Hier ein paar Bilder vom Jagdspiel in unserem spätherbstlichen Garten:

 
 

Ein Fuchs auf der Straße

Bereits seit Mitte September 2019 befassen wir uns intensiv damit, einen zweiten Hund in unsere Familie mit aufzunehmen, damit unsere Maxi einen adäquaten Gefährten hat. Über ProDogRomania wurden wir mit Otellu dann auch fündig – er befindet sich wegen einer etwas aufwändigen medizinischen Behandlung derzeit noch auf einer Pflegestation in Ribnitz-Damgarten. Damit wir uns ganz entspannt aneinander gewöhnen, fahren wir jeden Sonntag zu ihm und gehen gemeinsam spazieren. Wir freuen uns schon darauf, wenn er endlich bei uns zu Hause einziehen kann …

Auf dem Rückweg nach Hause werteten wir gerade unsere Tageseindrücke aus, als in ca. 20 Meter Entfernung voraus ganz unbekümmert ein Fuchs die Landstrasse querte. Als wir behutsam näher heran fuhren, stellten wir fest, dass er wohl gerade auf Jagd war – ein für uns ganz seltenes Naturerlebnis aus allernächster Nähe, und die von unserer DashCam aufgenommenen Bilder können nur entfernt das wiedergeben, was wir vor Ort sehen und spüren durften:

Und zwei Wochen später begegnete uns dieser Fuchs am Straßenrand nochmals:

Ein neuer Gartenzaun

Unser langjähriges Gartenzaun-Projekt wurde jetzt zügig umgesetzt und heute abgeschlossen: Als wir im Spätsommer 2011 den bereits recht natürlich angelegten Kleingarten übernommen hatten, kamen wir an noch einigen Entrümplungs- und Umgestaltungsarbeiten dennoch nicht vorbei – so hatten unsere Vorpächter u.a. die Laube für Übernachtungen mitgenutzt und die vom Ersteinrichter rundherum gegossenen gerade Betonwege belassen. Wir entsorgten also einige zusammengewürfelte Möbel, die TV-Anlage, den Herd sowie den Kühlschrank, brachen morsche Baum-Spaliere und den Betonweg ab sowie brachten hinterlassene Asbestplatten zur Sondermülldeponie …

Nachdem in den Folgejahren der Garten selbst durch diverse Um- und Neupflanzungen schrittweise umgestaltet und neu geordnet wurde, erschien uns der mittlerweile auch schon marode Maschendrahtzaun zunehmend unpassend. Wir schauten uns also nach einer natürlicheren Lösung um und fanden diese in Staketenzäunen aus gespaltenem Haselnuss- oder Kastanienholz. Es brauchte dennoch etwas mehr Zeit, dieses Projekt dann auch umzusetzen, denn der bei uns anfallende umfangreich anfallende Grün- und Holzschnitt sollte grundsätzlich ökologisch bearbeitet werden – das Staketenzaun-Projekt wurde zu Gunsten eines hochwertigen Spindelmähers und eines leistungsfähigen Häckslers immer wieder zurückgestellt …

Aber nun ging’s endlich los – Ende Oktober hatten wir das Material zusammen, uns theoretisch mit den Montageabläufen befasst sowie etwas Zeit, unser Staketenzaun-Projekt zügig umzusetzen. Und wer hätte das gedacht – es ging dann doch noch weitaus einfacher als ursprünglich befürchtet. So sieht nun unser neuer Gartenzaun aus, der sich in unser natürliche Gestaltungskonzept viel besser einpasst:

Und was kommt nun ? Ja – der hintere Zaun und die Gartenlaube selber bedürfen nun auch unserer Aufmerksamkeit, denn hier fallen jetzt schon einige Reparaturen sowie Malerarbeiten außen und innen an … im nächsten Jahr dann …

Lieber den Spatz oder die Taube … ?

Nahezu unbemerkt hatten Anfang April auf unserem Balkon Tauben ein Nest gebaut und darin schnell zwei kleine Eier abgelegt. Was nun: Möwen darf man in Rostock bei Strafe nicht füttern und bei Tauben könnte ein gleiches Unheil drohen ? Wir schauten im Internet nach und wurden unter Bezugnahme auf einschlägige Tierschutzbestimmungen darin bestärkt, die Taubenbrut nicht zu behindern. Mehr noch: Tauben bedürfen trotz unsachlicher öffentlicher Meinungen über die Verbreitung von Krankheiten weiterhin unseres menschlichen Schutzes !

Das erste Ei wurde also am 11.04.2019 gelegt und in der Nacht zum 30.04.2019 schlüpften dann zwei Küken. Zum Schutz der Brut vor widrigen Witterungseinflüssen und vor räuberischen Möwen hatten wir das Nest mit Zweigen und einem Tuch etwas verdeckt. Die Küken wuchsen zusehends heran, aber ein Jungtier hat die Nacht zum 11.05.2019 leider nicht überlebt – wir begruben es dann würdevoll unter einer nahe gelegenen und auch recht geschützten Buschgruppe …

Die „Alte“ blieb bereits seit einigen Tagen immer öfter fern, man sah sie immer seltener, obgleich auch wir etwas Futter und Wasser vorhielten. Heute, am 12.05.2019, hatten wir uns entschlossen, die Brutpflege aktiv mit zu unterstützen, d.h. den Jungvogel notfalls sogar bis zur Flugfähigkeit weiter aufzuziehen, falls die „Alte“ nun wirklich fernbleiben sollte. Wir richteten dafür ein neues, größeres und vor Möwen und ungünstiger Witterung noch besser geschütztes Nest ein, das die „Alte“ gegebenenfalls immer noch erreichen kann. Und wir begannen dann auch schon mal mit der Fütterung, nachdem wir im Internet recherchiert haben, wie man Jungtauben aufzieht:

So – und am Abend kam die „Alte“ dann plötzlich doch und schaute sich verunsichert um: Das von ihr angelegte Nest war nun weg, aber es gab ein Neues. Würde sie es finden und annehmen … ?

Ja, sie fanden wieder zueinander: Die Jungtaube kletterte aus ihrem von uns eingerichteten Nistkasten auf die Balkonbrüstung und wurde sogar von den beiden Alten im Wechsel gefüttert – hier die etwas unscharfen Fotos, die wir aus größerer Entfernung anfertigen mussten, um die „Familie“ nicht zu stören:

Update 16.05.2019 / 16 Uhr: Die Taube ist verschwunden …

Unseres Wissens sind Ringeltauben Nesthocker und werden erst nach 4-6 Wochen flügge. Weil’s in diesen Tagen nachts wieder sehr kalt und windig war, hatten wir die Jungtaube über Nacht im Wohnzimmer in einer leicht abgedeckten Kiste „zu Bett gelegt“ und dann morgens wieder ausgesetzt – heute früh schon gegen 05:15 Uhr. Sie hatte sich heftig mit großen Flügelschlägen gewehrt, so dass man vermuten konnte, sie fliegt gleich los, aber dann saß sie die ganze Zeit auf dem Balkon alleine herum, ohne dass die Alten zum Füttern kamen. Wir hatten den Eindruck, dass sie manchmal an ihr vorbeiflogen, waren selber aber zu sehr in der Küche und im Büro beschäftigt – nichts Genaues weiß man also nicht … dann waren wir mal kurz von 14:45 – 15:45 Uhr im LANDMARKT zum Kaffee trinken und Einkaufen und Sabine wollte sie nun füttern …

Jörg ist noch einmal vor’s Haus gegangen und suchte die nähere Umgebung ab, denn vielleicht war sie zwischenzeitlich auch nur aus dem Nest gefallen, aber sie war einfach nicht auffindbar. So, wie sie heute morgen mit den Flügeln geschlagen hat, könnte sie auch schneller flügge geworden sein als allgemein angenommen. Und vorbeifliegende Möwen wären insofern unwahrscheinlich, da die Taube zumeist unter einem Sanddorn-Strauch saß, der sich bereits seit Jahren im Balkonkasten befindet – dort können räuberische Möwen nicht mehr manövrieren. Uns bleibt nun nichts Anderes mehr übrig, als die Geschicke der jungen Taube in Krishna’s Hände zu geben …

Biber im Tanger

Der Tanger ist ein kleines, etwas trübes und nur 33 km langes Flüsschen im Bundesland Sachsen-Anhalt, das in Tangermünde in die Elbe einfließt. Der Tanger durchquert ca. 20 km zuvor die Kleinstadt Tangerhütte und lieferte dort bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts reichlich Wasser für das alte Eisenhüttenwerk, das bis ca. 1990 noch weitaus mehr als Eintausend Menschen als Former, Eisengiesser u.a.m. beschäftigte …

Das kleine Flüsschen zieht in nur 10 Meter Entfernung direkt an meinem Elterhaus vorbei – ganz gemächlich, wenn es im Frühjahr glücklicherweise kein Hochwasser gibt – und verschwindet in einen sehr grossen Waldgebiet. Überhaupt gibt es hier viel Wald, und man sollte vermuten, dass sich gerade dort scheue Wildtiere verstecken. Aber dass sich Biber flussaufwärts durch Tangerhütte trauen, ganz unbekümmert spielen und sogar Junge zur Welt bringen, hätte ich auch nicht erwartet:

Eine Sufi-Weisheit

Der, der nicht weiß, und nicht weiß, dass er nichts weiß, …
… ist ein Narr – meide ihn.

Der, der nicht weiß, und weiß, dass er nichts weiß, …
… ist ein Kind – lehre ihn.

Der, der weiß, und nicht weiß, dass er weiß, …
… schläft – erwecke ihn.

Doch der, der weiß, und weiß, dass er weiß, …
… ist ein Weiser – folge ihm.

(nach Rumi)

 
 

Ein Fenster-Gast

Silbermöwen: Nett oder nicht – darüber streiten sich gerade an den touristisch sehr erschlossenen Küstenorten und im nahe gelegenen Hinterland die Leute, und dieser Streit endete vor wenigen Jahren in einer amtlichen Entscheidung, das Füttern von Möwen bei Strafe zu verbieten (siehe hier). Doch für die „Alteingesessenen“ gehörten die Möwen immer schon zum Alltag, so wie auch die nächtlich lauten Hammerschläge beim Richten von Schiffbauteilen auf den Werften …

Nun ja – die Brut- und Ruheplätze der Möwen auf der Warnemünder Mittelmole wurden zugunsten einer größeren Hafeneinfahrt einfach abgetragen und das Geschrei, Koten sowie der Mundraub am Alten Strom ging den Touristen so sehr auf die Nerven, dass man sie mit (meiner Meinung nach dümmlichem) amtlichen Getue zu vertreiben versucht. Aber weit gefehlt – den besseren „Überblick“ haben naturgemäß immer noch die Möwen – oder etwa nicht ?

Hier also ruht sich gerade einmal eine Silbermöwe auf unserem Balkon aus. Soweit sie nicht auf die Wäsche kotet und draußen nicht die Müllcontainer nach etwas Fressbarem durchstöbert und dabei alles um sich herum verteilt, soll sie’s ruhig machen – wir sind ja nicht alleine auf der Welt, und wir leben hier an der Küste: