Taube (nicht) auf dem Dach

Eigentlich hatten wir unseren letzten Donnerstag ganz anders eingeplant, aber es sollte wohl nicht so sein – noch am Abend zuvor schauten wir uns den Film PLÖTZLICH AUFS LAND – EINE TIERÄRZTIN IM BURGUND an und ahnten nicht, dass wir nur wenige Stunden später selber mit einer Tierpflege konfrontiert wurden:

Wir waren gerade frühmorgens beim Ausführen unserer beiden Hunde, als YOJO auf der an unserem Hause angrenzenden kleinen Wiese ein merkwürdiges graues Knäuel beschnupperte. Schnell stellte sich heraus, dass es sich hierbei um ein Tauben-Küken handelte, das wohl aus dem Nest gefallen oder gestoßen worden war. Wir haben viele Tauben bei uns, weiterhin auch Möwen, Raben, Elstern, Amseln, Sperlinge, Mauersegler, Fledermäuse usw.. Wir wohnen in der 11. Etage mit freiem Nord-Blick auf die Ostsee und Süd-Blick nach Rostock – hier befindet sich auch unser großer Balkon mit außerhalb angebrachten Balkonkästen. Vor einigen Jahren brüteten darin sogar Tauben und auch eine Eule hatte sich hier einmal niedergelassen …

Diese kleine Taube also war überhaupt noch nicht ausgereift und flugfähig, so dass wir ihr fachkundig helfen wollten. Aber weit gefehlt – wir hatten eine dreiviertel Stunde versucht, telefonisch verschiedene Tierschutzorganisationen, Tierarztpraxen usw. zu erreichen und sind dann kurzerhand nach Rostock zum Tierschutzverein gefahren, der sich bis dahin telefonisch nicht erreichen ließ. Und hier wurde unsere Enttäuschung noch größer, als die dortige Mitarbeiterin uns gleich mit den Worten abwimmelte, sie seien überlastet und sie wolle sowieso am Wochenende wegfahren …

Angeblich sei diese Taube auch eine Wildtaube und dafür wohl der Wildtierschutz zuständig, wobei dessen Freiwilligkeit mehrfach betont wurde. Nun – von diesem Rostocker Tierschutzverein hatten wir früher nacheinander 3 Tierschutzhunde aufgenommen und dessen Mitarbeiter hatten wir leider nie freundlich kennengelernt, wohingegen der Verein ProDogRomania mit seiner Pflegestelle OSTSEESCHNUTEN in Ribnitz-Damgarten, von dem wir später nacheinander auch 3 Hunde geholt haben, immer sehr herzlich war. Leider musste es einmal gesagt werden, dass uns der Rostocker Tierschutzverein wieder sehr enttäuscht hat …

Doch die kleine Taube sollte nicht darunter leiden und wir haben nun erst einmal selber mit der Handaufzucht begonnen. Wir haben im Internet weiter recherchiert und vielfach bestätigt gefunden, dass es sich tatsächlich nicht um eine Wildtaube, sondern um eine verwilderte Haustaube handelt – das hatten wir auch nicht anders erwartet und widerspricht der oberflächlichen Beurteilung durch den Rostocker Tierschutzverein. Nun hoffen wir, anderweitig einen fachkundigen Beistand zu finden, denn das Tier muss ja auch noch auf ein Leben in der freien Natur vorbereitet werden. Die Taube bekommt mehrmals täglich einen speziellen Aufzuchtbrei, wird zusätzlich längere Zeit in unseren Händen gewärmt, erhält zur Stärkung kleine REIKI-Behandlungen und wird mangels eines Vogelkäfigs behelfsweise in einer größeren Hundebox untergebracht: